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Job & Joplin
23.06.11


Befragt nach den Berufsabsichten antworten erstaunlich viele Jugendliche wie aus der Pistole geschossen (oder Hüfte?) „irgendwas mit Medien“. Demnach wird die Werbebranche nie brach liegen und Nachschubsorgen haben, das gilt als sicher. Augenscheinlich gibt’s bei Agenturen Nachwüchslinge en masse.

Beim allmorgendlichen Bürotür-Aufschließen glaubt man’s kaum, dass von hier aus die Werbewelt entscheidende Impulse erhalten soll. Dieses stille Örtchen der Sinnflut, der Werbal-Attacken, der idyllischen Freiheit von Andersdenkenden ist aber zugleich auch Hamsterrad, ist stationärer Aufenthalt auch ohne Sakko als Zwangsjacke. 

Wenn sich dann wie zufällig aus dem Radio in den Hinterkopf ein zartes Frauenstimmchen mit freedom is just another word einnistet, so kommt man ins Orakeln; ob Frl. Joplin eine Werbeagentur drogendröge empfände? Wahrscheinlich. Und man selbst? Eigentlich nicht, eigentlich. Was treibt einen an? Okay, mit irgendeinem Tagwerk sollte man schließlich Geld verdienen. Bestenfalls damit, was man kann, einem liegt. Mehr noch ist es aber das Interesse an Interessantem. Dabei sind unsere inspirierenden Drogen ein wacher Blick in die Umgebung, ist es Rutaretil (nicht googeln, das ist nur ein Palindrom!), sind das kantige Musikanten, krude Wortspieler und ne ganze Menge mehr.

„Don’t try“ steht auf Charles Bukowskis Grabstein. Diese Antwort pflegte er auf die Frage zu geben, wie man erfolgreicher Schriftsteller wird – der gute alte Buk wusste, wie man Lakonie zelebriert.











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