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Post Faktisch
13.06.17


"Sind Sie pessimistisch veranlagt?" Nee, das bringt eh nüscht! Schopenhauer meinte: "Höflichkeit ist wie ein Luftkissen: es mag wohl nichts drin sein, aber es mildert die Stöße des Lebens." Obwohl ja aufgeblasene Mitmenschen spitze Bemerkungen fürchten sollten und die (aufgesetzte) Freundlichkeitsoffensive oft irgendwie beunruhigend wirkt, ist man umgeben von der umarmenden Schön-Dich/Sie-zu sehen-Fraktion. Wer sich der Smiley- & Emoticon-Kommunikation und der Liebe Grüße-Flunker-Floskel dann verschließt, dem droht schnell die Gelbe Karte als Soziopath/Gefühlslegastheniker...
Ähnlich performt sich die digitale Gemein.de und verjahrmarktet Daumen gefällig alles, auf der eifrigen Suche nach Anerkennung. Die Stille lacht sich tot dabei. Wenn man will, kann man täg- und nächtlich Verkündungen anderer einfangen, die super, krass, lecker oder sonstwie ungeheuer spannend und witzig sind. Netzheutiges Zeigen sucht netzhäutige Zeugen. Die menschliche Komödie jagt das Dauergrinsen – gut drauf sein ist die Devise, Präsentation ist alles, auch wenn das Lächeln zur Maske gefriert. Eine fragile Frage kommt dabei auf: Ist das eine Art Kreativitätstheorie? Echt jetzt? Hm. Oft sehnsucht man zwischen den Narzissmen vergeblich das Durchschnittliche, Alltägliche, Gewöhnliche – das gewisse Etwas, den verbindlichen Händedruck in der cool gelaunten Bussi-Gesellschaft.
Nein, man muss nicht jedem Honig ums Maul schmieren, nur um zu zeigen, dass die Biene etwas Geschmackvolles fabriziert hat.
Werte Telefonstreichler, eine Zufriedenheitsorgie könnte sein, sich in den kleinen Freuden des Alltags zu verheddern, bis das Entwirren illusorisch erscheint, aber dennoch größten Spaß macht und man danach von vorn beginnen kann. Womöglich ist das sensationell unspektakulär, aber gerade das könnte einem ein nimmermüdes Schmunzeln ins Gesicht treiben.

LG, ;-)











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