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20.04.10


Heutzutage werden die Geisteswissenschaften oft als 'brotlose Kunst' gebrandmarkt. Völlig zu Unrecht! Hier eine Begebenheit aus der griechischen Antike, die sich so in etwa zugetragen hat; von Werbeagenturen war seinerzeit übrigens noch nichts bekannt...

Platon hielt einen Vortrag über seine Ideen und formte dabei Begriffe wie 'Tischheit' und 'Becherheit'. Diogenes befragte ihn danach und bemerkte, dass er zwar Tisch und Becher sähe, aber eine 'Tischheit'(?), das überforderte ihn. Platon erwiderte, "Augen, mit denen man Tisch und Becher sieht, hast du zwar, aber Verstand, mit dem man 'Tisch- und Becherheit' erkennt, muss noch entwickelt werden."

Ein Auftraggeber sucht im Idealfall Werbeagenturen, die ihn, seine Prozesse, Produkte und Zielgruppen verstehen, visuell bzw. verbal übersetzen und entsprechende Adressaten erreichen können. Erst durch den Blick für’s Ganze entstehen wirkungsvolle kommunikative Kriterien. Für gute Werbung bedarf es Generalisten. Diesen Anspruch stellen wir an uns und diesem stellen wir uns. Meistens ganz gut sogar.

Und was hat jetzt die altehrwürdige Dame Philosophie damit zu tun? Wenn man es schafft, sich der wolkigen Begrifflichkeiten zu entledigen, Komplexitäten zu durchblicken, Information mit Inspiration paart, ja dann kann auch Werbung leichtfüßig, zweckmäßig, sinnvoll und erhellend daher kommen. So einfach ist das Komplizierte. Diese Herausforderung ist unser täglich Brot.  

Fiat lux!; Diogenes hätte vielleicht sogar gesagt: "Geh mir aus der Sonne Wolke!"













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